Food Guide: Drei Mal Vegetarisch/Vegan Essen in London.

Falls ihr gehofft hattet, dass meine London-Begeisterung und die damit verbundenen Posts schnell wieder abreißen würden, tja, dann solltet ihr wohl besser wegklicken. Ich bin noch lange nicht damit fertig zu erzählen.

Und nachdem ihr letzte Woche schon von meinen Erlebnissen lesen konntet, möchte ich euch heute die kulinarische Seite meines Trips zeigen und euch den ein oder anderen Restaurant-Tipp mit auf den Weg geben. Dass die Briten keine Ahnung vom Essen haben ist nämlich ein lang überholtes Klischee. Sie haben sogar sehr viel davon, auch wenn es um vegane bzw. vegetarische Küche geht.

Wenn man morgens um halb 8 in London ankommt (und das nach einer durchzechten Nacht, wie ich zugeben muss), dann schreit der ganze Körper nach Frühstück. Nach wirklich wirklich gutem Frühstück. Auf genau das stießen wir nur unweit von unserem Hotel entfernt im Stadtteil Bloomsbury. Das Bloomsbury Coffee House befindet sich im „Keller“ eines der alten Reihenhäuser und kann nicht nur mit leckerem Kuchen und personalisierten Torten, sondern auch mit einem großartigen Frühstücksangebot aufwarten.

Ich verzehrte genüsslich ein Avocado-Toast mit Halloumi-Käse, während mein Freund sich für klassisches English Breakfast entschied. Was Getränke angeht, konnten wir aus einer Reihe Kaffeespezialitäten, sowie einer Vielzahl frisch gepresster Säfte und Smoothies wählen.

Schon bei der Planung meines Trips hatte ich mir fest vorgenommen, mindestens einmal vegan essen zu gehen. Das Problem: Mein Freund ist zwar offen für Neues, aber dennoch ein Fleisch-Mensch. Es war also ein bisschen Recherche nötig, bis ich letztlich unter Where to take a meat eater auf Mildreds stieß. Das vegan/vegetarische Restaurant hat mittlerweile drei Niederlassungen in London. Wir besuchten das Lokal in Kings Cross und waren beide(!) hellauf begeistert.

Bernd aß einen Tofu-Bürger, den er mit „besser gewürzt, als alles was du je gemacht hast“ kommentierte, mit Süßkartoffel-Fritten als Side Dish. Ich probierte ein Grüne-Bohnen-Süßkartoffel-Curry und, was soll ich sagen, meine Geschmacksknospen werden nicht oft so verwöhnt.

Ein Zusatztipp, für alle Weinfans unter euch: Der weiße Hauswein hat kostet zwar acht Pfund pro Glas, ist aber ein wirklich feines Tröpfchen und das Geld definitiv wert.

3 Wahaca

Obwohl die Seiten der Themse zu einem Großteil mit Touristenattraktionen gepflastert und damit ein Mekka für weniger gutes, aber dafür überteuertes Essen sind, versteckt sich hier und da doch eine Perle. Eine dieser Perlen fanden wir ganz zufällig und verliebten sofort. Noch besser sogar, ich entdeckte meine Begeisterung für mexikanisches Essen! Das Wahaca ist ein kleines, äußerst stylisches Container-Restaurant, das Tacos, Enchiladas und Co. im Street-Food-Stil anbietet und allein schon vom Ambiente glücklich macht. Außerdem ist das Wahaca mehrfach für Nachhaltigkeit ausgezeichnet – noch ein Grund mehr, es sich schmecken zu lassenJ

Wir teilten uns ein Street-Food-Menü, dass sich aus vegetarischen und nicht-vegetarischen Kleinigkeiten zusammensetzte. Dazu gab es Nachos mit Guacamole (von der ich immer noch träume) und leckere Cocktails.

Budget- und vegetarierfreunliche Tipps

Als Vegetarier bzw. Veganer findet man in London ohne jeden Zweifel etwas zu essen. Ob das den Inhalt des Geldbeutels immens verkleinert entscheidet man selbst. Wer es günstig mag und sich gerne durch Street Food probiert, sollte sich auf den zahlreichen Märkten in der Stadt pudelwohl fühlen. Auf dem Camden oder Borough Market zum Beispiel gibt es allerhand kulinarische Schätze zu entdecken.

Auch die Kette Pret-a-Manger hat viele vegane Optionen im Angebot. Den Falafel-Wrap kann ich wärmstens empfehlen. Genauso wie die Gebäck-Auswahl, die zu großen Teilen frei von tierischen Produkten ist. Die Sandwiches, Salate, Smoothie usw. sind wie ich finde eine gute Alternative und wesentlich erschwinglicher als ein Restaurant-Besuch.

Secondhand-Liebe.

Ich würde mich schon als Mode-Opfer beschreiben. Ich liebe Kleidung. Ich liebe es mich anzuziehen. Ich liebe es, mich auf diese Weise nach außen hin auszudrücken.

Ich bin sogar ein bisschen stolz auf meinen Kleiderschrank.

Manchmal ist es mir peinlich, dass ich so denke. Dass ich Geld in die Fast Fashion-Industrie pumpe und dann hier auf dem Blog glücklich in die Kamera lächle. In diesen Momenten schäme ich mich für meine Schwäche. Dafür, dass ich nicht so nachhaltig bin, wie ich es gerne wäre.

Allerdings, und das kommt an diesen Tagen des Zweifeln gar nicht in den Sinn, ist meine Garderobe schon um einiges nachhaltiger geworden. Ich bin um einiges bedachter geworden. Vor zwei Jahren  kaufte ich meine Klamotten fast ausschließlich bei H&M und Co., bezahlte lieber wenig als für Qualität, und hatte mich noch nie mit Secondhand- und Vintage-Mode beschäftigt. Ich kaufte ständig neue Sachen und verlor schnell wieder die Lust an ihnen. Ich hatte meinen Stil noch nicht gefunden. Von einem modischen Gewissen ganz abgesehen. Heute ist das anders: Ich kaufe zwar immer noch bei großen Modeketten, beschränke mich aber schon lange nicht mehr auf sie. Ich kaufe kein Leder mehr, und wenn dann nur Secondhand. Ich schenke Kleidung ein neues Leben. Lieber Secondhand und mit Geschichte, als aus der neusten Zara-Kollektion, so meine Devise.

Diese Devise zeigt sich auch im heutigen Outfit. 80% sind nicht Fast Fashion – Das Top habe ich in bei Beyond Retro in London entdeckt, die Stiefel Secondhand erkreiselt und nur mein Latzkleid bei Urban Outfitters geshoppt und aus Dublin mit nach Hause gebracht! Ein typischer Seline-Look wie ich finde. Insbesondere wenn ich ihn mit meiner alten Jeansjacke kombiniere, die (Fun Fact) tatsächlich mein erstes Vintage-Teil darstellt und immer noch heiß und innig geliebt wird.

Ich kann immer noch nicht anders. Ich liebe Mode. Ich liebe es einzukaufen. Ich liebe es mit meinem Style zu experimentieren.
Aber mittlerweile liebe ich bewusster.

London Travel Diary & Guide: Fünf Tage in meiner Lieblingsstadt.

SAMSTAG; DER 08. APRIL

Vielleicht war es nicht die beste Idee nach einer Geburtstagsparty gleich den ersten Flug nach London zu nehmen und uns damit selbst jeglichen Schlafes zu berauben. Wir kamen also um 8 Uhr morgens in meiner Lieblingsstadt an, todmüde und bis 2 Uhr nachmittags nicht befugt unser Zimmer zu beziehen. Der Tag wurde also mit einem leckeren Frühstück gestartet und dann im Park entspannt ausgehalten. Wir lebten in Bloomsbury, einem der schönsten Viertel Londons, dass mich bei sonnigen 20 Grad durchaus noch ein bisschen mehr bezaubern konnte.

Eigentlich hatte ich geplant, ein Museum zu besuchen, da unter anderem das British Museum, direkt vor unserer Haustür stand. Die Müdigkeit machte mir und meinem Freund ein Strich durch die Rechnung. Meine Empfehlungen beschränken sich demnach auf die vielen Parks in London, in welchen man gar nicht mehr als Tourist auffällt, wenn man spontan ein Nickerchen macht.

SONNTAG, DER 09. APRIL

Am Sonntag ging es für uns nach Camden, auf den Camden Market sowie zum Vintage-Shopping – Zwei Dinge, die ich euch nur ans Herz legen kann. In Camden gab es nicht nur alle möglichen Stände mit Kunst, Schmuck, Taschen usw. zu bestaunen, sondern auch ziemlich gutes Street Food.

Die Nachos, die ich mir einverleibte, waren bitter nötig, um den darauffolgenden Shopping-Marathon gut zu überstehen. Ich tat es, und das sogar ziemlich erfolgreichJ

Die besten Vintage-Adressen habe ich euch selbst verständlich zusammengestellt:

 

MONTAG, DER 10. APRIL

Montag, das war offiziell der schönste Tag meines Lebens, auch wenn er mit einer Katastrophe begann. Auf unserem Weg zu den Harry Potter Studios (separater Beitrag COMING SOON) wurden wir fälschlicher Weise zu Bus eines anderen Anbieters geschickt. Glücklicherweise schaffte es mein Freund, mit etwas Verspätung doch an die richtige Abfahrtsstelle zu lotsen, bevor ich einen Nervenzusammenbruch erlitt, und bescherte mir stattdessen ein paar wunderschöne Stunden in den Originalsets meiner Lieblingsfilmreihe.

Den Tag ausklingen ließen wir an der Themse, wo ich ein Getränk entdeckte, nach welchem ich zurück in Deutschland erst einmal suchen muss: Die Rede ist von Pimm’s, in meinen Augen der Hugo der Briten und ziemlich lecker. HIER kann man den Likör, den man mit Zitronenlimonade mischt und zusammen mit frischen Früchten serviert, zumindest online kaufen.

DIENSTAG, DER 11. APRIL
Am Dienstag war noch ein bisschen Shopping angesagt, denn wenn nicht in London, wo sonst? Die Oxford Street ging mir allerdings schnell auf die Nerven, denn sie ist zu groß, zu laut und vor allem spätestens um die Mittagszeit heillos überfüllt. Wir wechselten also recht schnell nach Covent Garden, wo ich mich mit Make-Up von 3ina und noch mehr Vintage-Teilen eindeckte.

Zuvor haben wir aber noch einen Abstecher zu Daunt Books gemacht, einem Buchladen, den ich fast schon als mein Paradies beschreiben würde, weil er meine beiden Leidenschaften für Literatur und fürs Reisen mit Perfektion vereinte. Ich für meinen Teil fühlte mich pudelwohl und konnte mich geradezu dazu durchringen, nur drei Bücher (und nicht dreißig) zu kaufen.

Dank meiner Überredungskunst (mein Freund war zuerst nur so semi-begeistert), verbrachten wir den letzten Abend unseres London-Trip in einem Musical. „Kinky Boots“ thematisierte einen jungen Mann, eine Schuhfabrik und Männer, die auf High Heels tanzen. Ein wahres Spektakel und mehr als sehenswert. HIER könnt ihr euch einen kleinen Ausschnitt anschauen, bevor ihr euch Karten sichert.

Solltet ihr das tun wollen, dann habe ich an dieser Stelle einen Tipp für euch: Die Ticketbörse TKTS (direkt am Leicester Square) verkauft vergünstige Tickets für den Abend. Wir haben für unsere Tickets auf diese Weise ca. 20 Pfund weniger gezahlt und hatten trotz allem großartige Plätze.

MITTWOCH, DER 12. APRIL

Unser letzter Tag endete dort, wo wir den ersten begonnen hatten. Im Park beim Russell Square, bei heißer Schokolade und Chai Latte. Um Eins nahmen wir den Zug zum Heathrow Airport, um dann pünktlich drei Stunden später abzuheben und den Heimweg anzutreten.

“Ich habe die vergangenen fünf Tage mehr als nur ein bisschen genossen. Ich habe sie in mich aufgesaugt und in meinem Herzen eingeschlossen. Ein Teil von London wird mit mir nachhause kommen. Dort werde ich es aufbewahren wie ein Heiligtum, und irgendwann, irgendwann werde ich zurückkommen und selbst ein Teil dieser Stadt werden.”

AUSSCHNITTE AUS MEINEM TAGEBUCH.

Outtakes oder auch wie Ich wirklich aussehe.

“There is a kind of beauty in imperfection.” – Conrad Hall

Niemand ist perfekt. Ich allen voran nicht. Ich überarbeite meine Texte zwanzig mal bevor ich sie veröffentliche. Ich liefere nicht immer ab. Ich sehe nicht immer gut aus. Nein. Meistens bin ich sogar ziemlich hässlich. Irgendwie.

Ich bin nicht perfekt und das ist gut so. Heute zeige ich euch mein wahres Ich, all das, was es nicht auf den Blog schafft. Nur heute, ausnahmsweise.

WILLKOMMEN ZU MEINEN OUTTAKES:

5 Dinge im März

Ich weiß nicht, ob es die Vorfreude auf meinen London-Trip wahr, die den März so langsam vergehen ließ, um mich auf die Folter zu spannen oder ich einfach nur jegliches Zeitgefühl verloren habe. Ich für meinen Teil bin froh, dieser Monat zwischen Winter und Frühling, der nichts Halbes und nichts Ganzes ist und für mich einige Höhen und Tiefen bereit hielt. Welche, das erfahrt ihr im heutigen Rückblick:

ED SHEERAN’S „DIVIDE“

Beginnen wir den März-Rückblick doch mit einer Sache, die mein Gemüt in den vergangenen Wochen ungemein aufhellte und nein, dabei handelt es sich nicht um den Sonnenschein. Meine Glücksquelle war nicht das schöne Wetter, sondern das neue Ed Sheeran-Album. Ein bunter Mix aus dem romantischen Herzschmerz, für den ich den Briten so sehr liebe, ein paar musikalischen Experimenten und einer ordentlichen Portion irischer Einflüsse, der meine Glückshormone tanzen und mich in Erinnerungen an meinen Dublin-Aufenthalt schwelgen lässt.

Normalerweise bin ich kein allzu großer Fan von Pop-Musik, da sie mir oft schnell auf die Nerven geht, aber für „Divide“ mache ich gerne eine Ausnahme.

HIER geht’s zum Album auf Spotify. Mein momentaner Lieblingssong: „What do I know“.

 

FRÜHLINGSGEFÜHLE

Um aber nochmal auf das Wetter zu sprechen zu kommen: Natürlich war es bombastisch!

Auch wenn ich eigentlich ein Herbst-Kind bin, freut es mich unheimlich zu sehen, dass der Frühling endlich Einzug hält und die Natur wieder zum Leben erwacht. Der warme Sonnenschein, gepaart mit dieser frischen Brise, die irgendwie nach Neubeginn riecht – Ich schwöre, so könnte sich Deutschland gerne das ganze Jahr über zeigen.

DIE HOSENLIEBE MEINES LEBENS

Passend zum Frühlingsanfang hat es auch in meinem Kleiderschrank zu „blühen“ begonnen. Die Jeansabteilung ist um DIESES gute Stück mit Stickereien erweitert wurden. Als ich sie in Frankfurt auf einer der Puppen entdeckte, verliebte ich mich binnen Sekunden. So richtig.

Meine Liebe blieb nicht unerwidert – Die Jeans sitzt perfekt, macht einen schönen Po und ist jetzt schon ein essenzieller Teil meiner Garderobe geworden. Ich weiß, es klingt kindisch und ich fühle mich auch ein bisschen schlecht, weil ich derartige Gefühle zu einem Kleidungsstück aufbaue, aber ich liebe sie.

Gestylt habe ich die Jeans bereits in DIESEM Post.

100% PFLANZLICH

Wie bereits im letzten Post erwähnt, habe ich im März vier Wochen damit zugebracht, mich vegan zu ernähren und während dieser Zeit den Veganismus tatsächlich als eine Ernährungsalternative für mich entdeckt.

Ich fühlte mich fitter, frischer sowie emotional stabiler als sonst und habe (den Kuchen meiner Mama ausgeschlossen) auch nichts wirklich vermisst. Stattdessen war meine Ernährung wahnsinnig gesund und abwechslungsreich.

100%ig vegan werde ich wohl bis zu meinem Auszug nächstes Jahr nicht, aber bis dahin habe mir ein zumindest zu 80% rein pflanzliches Leben vorgenommen.

 

DIE SACHE MIT DER FREUNDSCHAFT

Als fünften Punkt meiner Liste, habe ich dieses Mal einen ernsteren gewählt. Das Leben ist schließlich nicht immer nur Zuckerwatte und Vanilleeiscreme. Kein Favoriten-Post.

Wie scheiße es manchmal sein kann, durfte ich im März selbst erfahren. Nach langem Hin und Her musste ich mir eingestehen, dass nicht alle Menschen für immer dieselbe Rolle in meinem Leben spielen und das zu einer Freundschaft mehr gehört, als die Tatsache, dass man sich gut leiden kann. Freundschaften verblassen mit der Zeit, ohne dass irgendwer es so wollte. Man lebt sich auseinander und bemerkt irgendwann plötzlich, wie fremd man sich doch ist. Mir ist durchaus bewusst, wie blöd es klingt, aber so schwer es auch ist, ich habe eingesehen, dass es manchmal besser ist, einfach loszulassen. Weiterzuziehen. Nicht, weil alles scheiße war, sondern damit die schönen Erinnerungen nicht von schlechten überlagert werden.

Ich freue mich immer noch dich zu sehen, mich mit dir zu unterhalten, mit dir zu lachen. Aber wenn wir am Ende des Tages unsere Wege gehen, ich meinen und du deinen, dann ist es okay.

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