Column: Friends and Doubts

Ich frage
mich oft ob ich ein guter Mensch bin. Eine gute Freundin. Ob mich überhaupt
jemand als gut befindet.

Ich frage
mich, ob ich für die Dinge geliebt werde, die ich tue. Oder ob man mir eher das
übel nimmt, was ich nicht tue.
Ich frage
mich, wer ein Freund ist und wer nicht und warum ich solche Dinge nicht
erkennen kann. Oder will. Ich halte mich an solchen Dingen fest und zweifle. An
der Welt, an meinem Umfeld und an mir selbst.
Ja, ich
zweifle oft und zu viel. Ich bin mir eigentlich nie sicher, glaube fast immer
fest daran etwas falsch gemacht zu haben und frage mich ob mich Menschen
tatsächlich mögen. So wie ich bin.
Das war
schon immer mein größtes Problem. Ich bin nie zufrieden, mir selbst nicht gut
genug. An anderen klammere ich mich krampfhaft fest und versuche sie glücklich
zu machen. Immer. Alle. Gleichzeitig.
Ich komme
nicht mit Niederlagen zurecht. Besonders dann nicht, wenn Freundschaften
betroffen sind. Die Schuld suche ich dann als erstes bei mir.
Gibt es
Streit bin ich Schuld. Verläuft sich eine Freundschaft, verblasst sie wie ein
altes Gemälde, so bin immer ich die, die zu wenig getan hat.
Ich kann
nicht sagen, woher das kommt. Wahrscheinlich wurde es mir einfach schon zu oft
von meinen sogenannten Freunden so suggeriert. Ich kann einfach nicht anderes
als alles auf mich zu beziehen. Mein Perfektionismus hat mich selbst überrollt.
Mir bricht
es das Herz diese Zeilen zu schreiben, weil ich es mir eingestehen muss. Ich
rede mir ein, dass ich selbst Schuld bin. Immer und immer wieder. In der
Hoffnung, es würde irgendetwas besser machen. Nur tut es das nicht. Und tief in
meinem Inneren weiß ich das. Ich weiß, dass ich nicht als Einzige
verantwortlich bin. Ich weiß, dass nicht ich versagt habe. Sondern wir alle.
Wir als Gruppe, als Gemeinschaft, als Einheit.
Unsere
Glaskugel hat Risse bekommen. Aber nicht weil ich mit Steinen geschmissen habe,
sondern weil die unzureichende Pflege sie alt und brüchig gemacht hat. Verletzlich.
Ein kleiner Stupser noch und sie zerbricht.
Es tut weh,
das zu sagen. Wirklich und unendlich. Es gibt nur zwei Möglichkeiten. Gemeinsam
retten, was noch zu retten ist oder sich irgendwo anderes eine neue Kugel
suchen. Mit neuen Menschen.
I often
ask myself whether I’m a good one. A good friend. Whether someone thinks I’m good
at all.
I ask
myself, whether I’m loved fort he things I do. Or if people more likely blame
me for what I don’t.
I ask
myself, who’s a friend and who’s not and why I can’t see those things. Or don’t
want to. I hold onto stuff like this and doubt. I dubitate the world, my environment
and myself.
Yep, I
doubt often and a lot. I’m never sure about things, nearly always firmly
convinced I did something wrong and ask myself if people really like me or just
pretending to.
This
was my biggest problem all along. I’m never satisfied, not good enough for my
own standards. I frantically cling to others and try to make them happy.
Always. Everyone. At the same time.
I can’t
get along with defeat. Especially not when friendship is involved. I always
think the fault is with me.
There
is an argue, I’m the guilty one. A friendship fades, just like an old painting
does, I havn’t done enough to save it.
I can’t
say why I think and act like this. Probably it was talked me into believing too
many times. I cannot help. My perfectionism just overran me.
It
breaks my heart to write these lines, because I have to admit it. I persuade
myself, the fault is all with me. Over and over again. Hoping it would make
anything better. But it doesn’t. And deep inside me I know this. I know I’m not
the only person responsible. I know I didn’t fail. We all failed. Us as a
group, as a community, as a unity.
Our
glass house got cracks. Not because I threw stones, but because it got old and
brittle without love and care. A small nudge and it breaks.

It
hurts to say that. Really and so so much. There are only two possibilities.
Saving what’s still there to be saved (together) or look for a new house and
new people somewhere else.

1 Comment

  1. Marie Celine 22/05/2016

    Sehr tolle Worte!
    Ich kann dich sehr gut verstehen, weil es mir genau so geht.
    Ich mag deinen Blog übrigens sehr gerne und werde ihn in Zukunft auch sehr gerne lesen. – du hast eine Leserin mehr.

    xo, Celine♥
    http://marieceliine.blogspot.de

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