Column: Being Alone

DEU: Offen gesagt, machen wir die wirklich wichtigen Erfahrungen, die die uns prägen und
Einfluss auf unseren Charakter haben, für uns allein. Wir können uns nur dann
tatsächlich finden, wenn wir Dinge auch allein bewältigen können, ohne uns auf
jemanden anderen verlassen zu müssen. Oder zu wollen.
Man ist nur
dann wirklich mit sich selbst im Reinen, wenn man auch allein sein kann.
Das heißt
nicht, dass ich gegen soziale Interaktion oder tiefe Freundschaften bin. Ganz
im Gegenteil. Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch und liebe es neue Leute
kennen zu lernen und mich mit ihnen auszutauschen, Augenblicke mit ihnen zu
teilen. Und trotzdem habe ich gemerkt, dass ich besonders dann gut mit ihnen
auskomme, wenn ich sie nicht brauche. Auch das kann man falsch verstehen. Ich
rede nicht davon, dass ich nicht mit ihnen befreundet sein will oder keine Nähe
möchte. In den meisten Fällen werde ich mit den Leuten um mich herum sogar sehr
schnell sehr intim. Das brauche ich schon. Das gehört zu mir, wie meine Hände
und Füße. Ich meine, dass ich damit zurechtkomme, wenn eine gute Freundin und
mein Freund mal keine Zeit für mich hat, aus welchem Grund auch immer. Das ist
ok für mich. Ich kann mich auch allein beschäftigen. Genauso bin ich in der
Lage dazu die Dinge zu tun, die ich tun will, auch wenn keiner meiner Freunde
mitmacht. Es stört mich nicht. Ich will auch nicht bei allem dabei sein, das
sie interessiert.
Das beste
Beispiel und gleichzeitig auch die beste Übung: Alleine Reisen. Ich fahre in diesem
Jahr zum zweiten Mal in meinem Leben allein in den Urlaub. Ohne zu wissen wer
mich am Zielort erwartet, mit wem ich meine Zeit verbringen werde und wen ich
ins Herz schließe.
Von meinem
ersten Trip, er ist mittlerweile schon wieder zwei Jahre her, kann ich nur
sagen, dass es eine großartige Erfahrung ist. Man ist gezwungen neue Menschen
kennen zu lernen und man merkt, wie man sich in einem fremden Umfeld verhält.
Ich persönlich habe damals sehr viel über mich selbst gelernt.
Ich glaube
genau das ist der Grund, warum ich mit der Zeit entspannter geworden bin, wenn
es um Freundschaften oder andere Arten von Beziehungen geht – Ich weiß wer ich
bin, oder bin zumindest auf dem Weg dahin es zu erfahren, und ich weiß was ich
will.
Ich kann die
Welt entdecken, wenn es sein muss auch auf eigene Faust. Denn einsam bin ich im
Grunde nie. Selbst dann nicht, wenn ich allein bin.
ENG: We experience the most important things,
those things which leave their mark on us and have influence on our character,
all alone. We can only find ourselves fully if we’re able to overcome problems
and difficulties on our own, without having to rely on others. Or wanting to.
You only have got things straightened out
with yourself if you can be alone, too.
That doesn’t mean that I’m against social
interaction or deep friendships. It’s quite the contrary.
I’m very much a communicative kind of
person and I love to meet new people and to talk with them, to share special
moments with them. But anyways I noticed that get on the best with them if I
don’t need them. You can easily understand this wrong. I don’t talk about not
wanting to be friends with them or getting close to people. In most cases it’s
more likely the other way around: I get intimate with others pretty fast. I
need that. It’s a part of me just as my hands and feet are. I mean. I’m fine if
a good friend or my boyfriend doesn’t have time for me, for whatever reason.
It’s ok to me. I’m totally fine with doing stuff on my
own, too. Equally I’m able to do things I like to do, even though no one feels
like joining me.
That doesn’t disturb me. I
also don’t want to attend events I’m not interested in.
The best example and the best practice at
the same time: Travelling all alone. I’m going to travel fully on my own for
the second time in my life this summer. I don’t who will wait for me in my
destination, with whom I’ll pass my time or who I’ll take into my heart.
Looking back on my first trip, which was
now two years ago, I can say, it’s a great experience. You’re required to
socialize and you get to know how you act in a whole new environment. I
personally learned a lot about myself back then.
I guess that’s why I became more relaxed
with time, especially when it comes to friendship and/or other kinds of
relationships – I know who I am, or at least I’m on my way to come to know it,
and I know what I want.

 

I can discover the world, on my own if I
have to. I’m never lonely. Not even when I’m alone. 



First published on inSüdthüringen.de

1 Comment

  1. Marie Celine 12/07/2016

    Toller Post!
    Ich finde solche "Auszeiten" sind sehr wichtig. Ich, die bisher dieses das vierte mal mehr oder weniger alleine auf eine Jugendfreizeit gefahren bin finde diese Erfahrung immer wieder sehr toll. Man lernt eine neue Gegend kennen, neue Leute, man findet sich selber immer wieder neu. Das ist was ich so liebe.

    Ganz liebe Grüße, Celine
    http://marieceliine.blogspot.de

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