The One Thing I Don’t Like About Christmas

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DEU: Weihnachten. Ich liebe diese Zeit, die Gerüche, die Musik, die ganze Atmosphäre. Ich liebe es, wie die Menschen plötzlich aus ihren Höhlen kriechen, um nett zu sein. Um vorweihnachtliche Stimmung zu verbreiten – Wir reden schließlich nicht umsonst vom Fest der Liebe. Vom Fest der Liebe und des Kapitalismus und für manche von uns steht wohl eher Letzteres im Vordergrund. Ich bemerke es überall. An jeden Straßenecke. In jedem bis zur Decke mit Menschen vollgestopften Bus. Im Fernsehen und auch im Internet. Weihnachten ist nicht das, was es mal war. Und dabei rede ich gar nicht von christlichen Bräuchen. Die hat die Hälfte der Menschheit sowieso vergessen.

Wo soll ich nur anfangen? Wo hat das Elend seinen Ursprung? Dieser Konsum-Wahn, der all die Liebe und Fröhlichkeit übertrifft. Ich weiß es ehrlich nicht, denn er scheint alltäglich geworden. Nicht mal vor den Verkäufern in Weihnachtsmarkt-Buden hat er Halt gemacht: In diesem Jahr drängen sie dir lieber unfreundlich ihre Produkte auf, als ein frohes Fest zu wünschen. Von den Schlangen in den Einkaufszentren möchte ich gar nicht erst anfangen. Die Körbe übervoll geladen stehen sie da, Jung und Alt, bewegen sich im Schneckentempo vorwärts und zählen dabei immer und immer wieder auf, wen sie ihn diesem Jahr beschenken „müssen“. Damit auch ja niemand vergessen wird.

Blogs platzen aus allen Nähten, weil ein Gewinnspiel das nächste jagt. Es ist schön und gut, dass man am Ende des Jahres Danke sagt. Ich bestreite nicht, es selbst tun zu wollen, aber gleich 24 Mal? Für mich ist das keine Großherzigkeit, sondern bloße Werbemasche.

Haben wir denn nicht mehr zu bieten als das? Sind wir nicht mehr als unsere Geschenke? Gibt es nicht viel wichtigere Dinge?

Natürlich. Natürlich wissen wir das auch. Natürlich handeln wir nur bloß nicht so. Wirklich großherzig können doch die anderen sein. Die, die zu viel haben. Der kleine Mann hat doch selbst nichts. Wir nehmen stattdessen jedes Geschenk, das wir kriegen können. Möglichst schön und groß. Denn nicht die Liebe und Kreativität bestimmt länger den Wert eines Geschenks – der Preis tut es. Das selbst geschriebene Gedicht landet im Müll während die Konzertkarten stolz unter dem Weihnachtsbaum präsentiert werden.

Haltet mich an dieser Stelle bloß nicht für einen Gegner von Geschenken und kleinen Aufmerksamkeiten. Das bin ich sicher nicht. Ich finde es schön, anderen eine Freude zu machen, indem ich sie beschenke. Ich liebe es, selbst Geschenke zu bekommen. Allerdings zählt für mich nicht, wie viel jemand zahlt. Ich will nur sehen, dass man sich Gedanken macht. Liebe ist das höchste Gut und sie ist unbezahlbar.

Ich hoffe sehr, dass wir wieder zurück zu den Wurzeln des Weihnachtsfestes finden. Dass es irgendwann wieder um mehr geht, als den Konsum. Denn wenn wir schon unseren Wohlstand feiern, dann sollten wir ihn auch teilen. Wie wäre es zum Beispiel in diesem Jahr ein Paar Euro zu spenden? An eine gemeinnützige Organisation in eurer Nähe, oder an größere wie das Deutsche Rote Kreuz oder den WWF. Es müssen keine Unsummen sein. Selbst wenn ihr nicht daran glaubt, dass Spendengelder ankommen, gibt es Möglichkeiten Gutes zu tun: Sei es, indem ihr den fröhlich Weihnachtslieder spielenden Musikanten in der Fußgängerzone Kaffee kauft.

Darum geht es doch an Weihnachten. Ums Miteinander. Nicht darum, wer das teuerste Smartphone bekommt.


ENG: Christmas. I love this time of the year, the smells, the music, the whole atmosphere. I love how people suddenly creep out of their cave to be nice to one another. To spread Christmassy feelings – Christmas isn’t the holiday of love for no reason. The celebration of love and ice-cold capitalism. Sometimes I even think the second fact is more important to some of us. And I can see it everywhere. At every corner of the street. In every bus that is full of people. On TV and of course on the internet. Christmas isn’t what it once was anymore. And I don’t even talk about Christian traditions. These are already forgotten by half of the people already anyways.

Where shall I start? Where’s the origin of all this nonsense? This mania of consuming that overshadows all love and happiness. I really don’t know, it seems just like it has become somehow normality. Not even sellers on Christmas markets are save: This year they more likely unfriendly force you to buy their products instead of wishing ‘Merry Christmas’. And let’s not talk about the queues in shops and malls. Baskets full of presents they’re standing there, young and old alike, only moving at a snail’s pace while repeating the names of their loved ones (aka everyone the feel like having to buy a present for) over and over again. So no one is forgotten in the end.

Blogs are bursting at the seams because of all the giveaways. It’s really nice to say thank you at the end of a year. I don’t deny this, I would do it myself. But 24 times?! In my mind that’s not generosity, it’s marketing alone.  

Aren’t we more than that? Aren’t we more than our presents? Aren’t there things of greater importance?

Of course. Of course we know that, too. Of course we only don’t act like we knew. Shall the other be generous. Those, who already have too much. People like us don’t have anything left. We rather take every present we can get our hands on. Big and pretty ones in the best case. Love and creativity do not longer determine what a gift is worth – only the price tag does. The hand-written poem ends up in the trash while concert tickets are proudly presented under the Christmas tree.

Please don’t think I’m against presents and small attentions because of the past lines. I’m surely not. I love to make people happy, to give back from time to time. I love to be gifted by others. But I’m not interested in the price someone pays. I just want to see the thoughts behind a present. Love is the greatest good, isn’t it? And it’s priceless.

I very much hope, that one day we’ll find our way back to the roots of all this Christmas stuff. That someday it will be about more than consuming again. In my mind it’s only consequential that if we have to celebrate our wealth, we should also share it. How about donating some money this year? To charitable foundation close to where you live or to bigger ones that act on an international basis. It doesn’t have to cost you an arm and a leg. Even if you don’t believe in the fact that donated money is actually given to people who need it, there are thousands of other possibilities to do good: You could buy coffee for the guys that play Christmas songs on the streets every day.

That’s what Christmas is about. Togetherness. Not about who gets the most expansive smartphone.

3 Comments

  1. Charli 23/12/2016

    Hallo Seline,

    die vielen Gewinnspiele sind mir in diesem Jahr auch besonders aufgefallen, oder ich habe mehr darauf geachtet. Wer weiß?

    Ich bin auch der Meinung, dass es bei Geschenken absolut nicht um den materiellen Wert geht. Es zählt eher das Persönliche. Viele Menschen machen sich leider nicht mehr so wirklich Gedanken und dann wird einfach irgendetwas Teures gekauft und man beruhigt sein “Gewissen”. So nach dem Motto, war ja teuer, wird schon gefallen.
    Ich freue mich an Weihnachten immer auf unser Miteinander an den Festtagen und auf das Essen. Hi, hi… Wir sitzen dann alle zusammen und haben Zeit füreinander. Natürlich freue mich auch auf das ein oder andere Geschenk, aber es ist nicht der wichtigste Teil. Als (ganz) kleines Kind war das sicher etwas anders, da waren die Geschenke immer am Wichtigsten. Das ist wohl auch ganz normal.

    Wünsche dir schöne Feiertage und eine tolle Zeit mit deinen Lieben,
    Lg Charli von http://frischgelesen.de

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  2. Firstly I love your photos and secondly I agree with you, Christmas has gotten way too materialistic. Every year the Christmas decorations and music start earlier in the shops. I work at a shop and everything is exactly as you described.
    I remember last Christmas I wanted to catch up with a friend who I hadn’t seen for a while because of exams, and every time I called her to hang out she was too busy buying Christmas presents. I thought wouldn’t it be better to just spend time with your loved ones instead of buying a ton of gifts?
    Hopefully it will be more about togetherness soon.

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  3. May 18/12/2016

    Toller Beitrag 🙂

    Besonders der Aspekt mit den Giveaways auf den Blogs habe
    ich sofort wiedererkannt.

    Ich selbst schenke meistens selbstgemachte Dinge,
    so dass ich zum Beispiel was backe.
    Am schlimmsten sind für mich Geschenke, wo sich der Schenkende
    einfach keine Gedanken gemacht hat.

    Alles Liebe, May von Mayanamo

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