Die Große Liebe.

Ihre Liebe war faszinierend. Nicht, dass sie selbst viel davon bemerkten. Für sie war es alltäglich. Ganz normal. Für sie war dieses Miteinander nichts Außergewöhnliches. Selbstverständlich vielleicht sogar.

Es passte. Es hatte Klick gemacht. Feuerwerk. Schmetterlinge im Bauch. Und seitdem war alles gut. Nicht perfekt, aber nahe dran.

Was für die Beiden keine große Sache war, war für den Rest der Welt vor allem das. Etwas ganz Großes. Die größte Sache der Welt. Die große Liebe.

Die Erkenntnis dessen schwang in der Atmosphäre des Raums, eine unausgesprochene Tatsache. Die Knospen dieser Liebe reiften überall: In der Art, wie er sie ansah. In jeder Bewegung, die sie machte. Ihr tänzelnder Schritt; seine strahlenden Augen. Für die Außenwelt schien die ihre wie eine Zuckerwattewelt. Rosarot und klebrig süß. Gebaut auf luftig geschlagenen Wolken. Für die Außenwelt schien alles perfekt. Das fulminante Finale einer romantischen Komödie.

Doch nichts ist perfekt, nicht mal die Liebe. Nicht mal die große Liebe. Der schöne Schein trügt. Irgendwann bröckelt jede Fassade.

Im Grunde waren sie ganz normal, ein alltägliches Pärchen. Menschen wie Du und Ich. Menschen, die sich liebten, sich hassten; sich in den Armen lagen und sich die Köpfe einschlugen. Das, und alles zwischendrin. Ihre Liebe war nicht perfekt, vielleicht nicht mal die große. Und trotzdem, sie war das Kämpfen wert. Jedes nette, jedes schlechte Wort. All die Fetzen, die flogen. Kein Streit war schrecklich genug, denn es waren die schönen Momente, die zählten. Die ausgehfeinen Momente. Die vorführbaren. Diese Momente machten die Liebe perfekt. Für sie, für ihn, vor allem aber für alle anderen.

Eigentlich waren sie ein ganz normales Paar, umgeben von Illusionen. Zwei Schauspieler, Liebhaber, Menschen. Menschen. Menschen wie Du und Ich. Die Fassade bröckelt, ja, aber sie lässt sich restaurieren. Auf Vordermann bringen, auf Hochglanz polieren. Baumängel lassen sich vertuschen. Vertuscht man sie nicht zu lang und sind sie nicht allzu groß, so haben sie noch kein Haus zum Einsturz gebracht.

Ich wollte so lange sein wie sie und meine eigene Traumwelt haben. Ich wollte selbst zwischen Zuckerwatte leben. Ich wollte solange sein wie sie, bis ich irgendwann vergaß, dass wir eigentlich ein und dieselbe waren. Menschen mit Sehnsüchten und Träumen. Mit Sorgen und Wut. Im Bauch, im Kopf, im Herzen. Menschen wie Ich und Du.

Die Liebe ist nicht perfekt – nicht heute, nicht gestern, nicht morgen. Groß? Groß vielleicht. Und wenn auch nicht, dann wenigstens menschlich.

6 Comments

  1. Miss Pippi 03/03/2017

    So wahr!

    http://misspippisstyle.blogspot.hu/

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  2. Christine 02/03/2017

    Ich glaube viele Menschen haben viel zu große und romantische Vorstellungen von der Liebe. So wunderbar sie sein kann, es gibt einfach nicht die perfekte Liebe. Weil wir alle nicht perfekt sind. Und gerade lange Lieben sind auch immer eine Menge Arbeit und Achtung.

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  3. Melina 27/02/2017

    Sehr toller Beitrag ♥
    Liebst, Melina
    http://www.melinaalt.de

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  4. Jimena 27/02/2017

    Sehr schöner Post und richtig tolle Bilder!

    Liebe Grüße
    Jimena von littlethingcalledlove.de

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  5. Laura 26/02/2017

    wundervolle Bilder! 🙂

    ich mache gerade eine Weltreise und bin in Neuseeland angekommen. Ich habe mir einen Bus gekauft und diesen hergerichtet, schaue doch malv vorbei ich freue mich, Küsse, Laura <3

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  6. Cyra 24/02/2017

    Toller Text & klasse Bilder !


    http://bedeutungsvolle-momente.blogspot.de/

    Antworten

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