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Secondhand-Liebe.

Ich würde mich schon als Mode-Opfer beschreiben. Ich liebe Kleidung. Ich liebe es mich anzuziehen. Ich liebe es, mich auf diese Weise nach außen hin auszudrücken.

Ich bin sogar ein bisschen stolz auf meinen Kleiderschrank.

Manchmal ist es mir peinlich, dass ich so denke. Dass ich Geld in die Fast Fashion-Industrie pumpe und dann hier auf dem Blog glücklich in die Kamera lächle. In diesen Momenten schäme ich mich für meine Schwäche. Dafür, dass ich nicht so nachhaltig bin, wie ich es gerne wäre.

Allerdings, und das kommt an diesen Tagen des Zweifeln gar nicht in den Sinn, ist meine Garderobe schon um einiges nachhaltiger geworden. Ich bin um einiges bedachter geworden. Vor zwei Jahren  kaufte ich meine Klamotten fast ausschließlich bei H&M und Co., bezahlte lieber wenig als für Qualität, und hatte mich noch nie mit Secondhand- und Vintage-Mode beschäftigt. Ich kaufte ständig neue Sachen und verlor schnell wieder die Lust an ihnen. Ich hatte meinen Stil noch nicht gefunden. Von einem modischen Gewissen ganz abgesehen. Heute ist das anders: Ich kaufe zwar immer noch bei großen Modeketten, beschränke mich aber schon lange nicht mehr auf sie. Ich kaufe kein Leder mehr, und wenn dann nur Secondhand. Ich schenke Kleidung ein neues Leben. Lieber Secondhand und mit Geschichte, als aus der neusten Zara-Kollektion, so meine Devise.

Diese Devise zeigt sich auch im heutigen Outfit. 80% sind nicht Fast Fashion – Das Top habe ich in bei Beyond Retro in London entdeckt, die Stiefel Secondhand erkreiselt und nur mein Latzkleid bei Urban Outfitters geshoppt und aus Dublin mit nach Hause gebracht! Ein typischer Seline-Look wie ich finde. Insbesondere wenn ich ihn mit meiner alten Jeansjacke kombiniere, die (Fun Fact) tatsächlich mein erstes Vintage-Teil darstellt und immer noch heiß und innig geliebt wird.

Ich kann immer noch nicht anders. Ich liebe Mode. Ich liebe es einzukaufen. Ich liebe es mit meinem Style zu experimentieren.
Aber mittlerweile liebe ich bewusster.